Gebärde: Brücke zwischen Laut und Buchstabe

So setzen Sie Gebärden richtig ein: Brücke zwischen Laut und Buchstabe


Die Gebärden sind fester Bestandteil der Silbenmethode in „ABC der Tiere“. Klaus Kuhn erläutert Ihnen in diesem Video, warum Sie die Gebärden einsetzen sollten, was Sie unbedingt beachten müssen und welche phonetischen Phänomene sich mit den Handzeichen leicht erklären lassen.

Gebärden: Der handlungsorientierte Zugang zur Schrift

Die Lautgebärden schlagen eine Brücke zwischen dem Buchstaben und dem Laut. Sie ermöglichen eine eindeutige Identifizierung der Mitlaute, ohne ihren Laut isoliert bekanntzugeben – was nach dem Ansatz der Silbenmethode für das Lesen- und Schreibenlernen unerlässlich  ist.

Die Gebärden ermöglichen einen handlungsorientierten Zugang zur Schrift und erleichtern den Kindern den schwierigen Weg vom gehörten zum geschriebenen Wort.

Wurde wirklich „ma“ gesagt oder „na“?

Wird das Wort mit den richtigen Gebärden begleitet, ist Eindeutigkeit garantiert. Für viele Kinder sind Gebärden der Schlüssel zur schnellen Verankerung der Buchstaben. Außerdem machen sie den Kindern großen Spaß, da sie sich so – ähnlich wie die Indianer – mit einer Geheimsprache untereinander verständigen können.


Gemeinsam und mit einem Spiegel übt es sich leichter

Für manche Kinder kann es hilfreich sein, wenn sie die Gebärden gemeinsam mit ihrer Lehrerin / ihrem Lehrer vor einem Spiegel trainieren. So können sie die Mundstellung direkt sehen und nachahmen.

Um eine Silbe oder ein Wort mit Lautgebärden anzuzeigen, werden die Gebärden kombiniert.


Die Gebärden im Einsatz bei Gruppen- und Partnerarbeit

Mit den Gebärden können unterschiedlichste Übungen in Gruppen- oder Partnerarbeit durchgeführt werden:

  • mit Gebärden diktieren
  • mit Gebärden „sprechen“
  • Gebärden nach dem Silbenschieber ausführen
  • nach Gebärden den Silbenschieber einstellen
  • nach Gebärden Silben und Wörter schreiben

Die Groß- und Kleinschreibung wird mit den Gebärden nicht angezeigt. Ob diese, z. B. beim Gebärdendiktat, berücksichtigt werden soll, muss der Schreiber entscheiden.


Die Gebärden in „ABC der Tiere“

Gebärdensprachen gibt es viele. Die folgenden Kriterien waren für die Auswahl der Gebärden in „ABC der Tiere“ bestimmend:

  • die Form der Buchstaben und ihre optische Entsprechung, z. B. bei m, u, x, z
  • die Seitenausrichtung zur Klärung der Seitigkeit, um z. B. der Verwechslung von d und b vorzubeugen
  • der Artikulationsort, z. B. bei g, l
  • die Artikulationsdynamik, z. B. bei p, t
  • weitere eindringliche Assoziationen, z. B. bei au, ch

Alle 31 Lautgebärden aus dem Lehrgang „ABC der Tiere“ in Bild und mit eindeutigen Erläuterungen in Ton:



Enge Verzahnung mit dem Arbeitsheft und dem Schreiblehrgang

Die Gebärden werden mit dem Schreiblehrgang zum jeweiligen Buchstaben eingeführt.

Sie sind systematisch in „ABC der Tiere 1 – Arbeitsheft“ und in den Schreiblehrgängen Druckschrift, Lateinische Ausgangsschrift, Vereinfachte Ausgangsschrift und Schulausgangsschrift bei der Einführung einer neuen Silbe, eines neuen Buchstabens oder eines neuen Lautes integriert.

Hier geht's zu den PDFs als Gratis-Download

Zu den Übungsblättern aus den 4 verschiedenen Schreiblehrgängen:


Lustige Gebärdenschule auf der CD-ROM

Die Kinder haben in der Regel viel Spaß beim Üben mit den Gebärden. In der Gebärdenschule auf der Software „ABC der Tiere – CD-ROM“ werden Silben und Wörter als Gebärden gezeigt. Die Silben und Wörter müssen dann, wenn nötig mit zwei Farben, richtig geschrieben werden.

Die Gebärdenschule mit der Demoversion von „ABC der Tiere 1 – CD-ROM“ kostenlos testen


Vokale einzeln lautieren – aber richtig

In „ABC der Tiere“ werden die Silben von Anfang an immer als Silbeneinheit eingeführt und als Ganzes gesprochen. So zum Beispiel die Silben und Gebärden für „mu“ und „mi“. Parallel dazu werden die Gebärden gelernt. Im nächsten Schritt werden dann die Vokale einzeln lautiert. Aber nur die Vokale!

Der Starter „m“ wird also nicht isoliert lautiert. Hier wird nur die Gebärde vermittelt. „m“ wird ausschließlich in Koartikulation mit einem Vokal in der Silbe ausgesprochen. Die Silbe „mu“ entsteht also keinesfalls durch Synthese der Laute für „m“ und „u“.

Beim Kennenlernen der weiteren Vokale wird gleichermaßen verfahren. Alle Vokale werden isoliert lautiert und die Konsonsanten nur mit den Lautgebärden als Buchstaben eingeführt. Im Deutschen klingen nur die Vokale – die aus diesem Grund auch Klinger genannt werden.


Warum Konsonanten anfangs nicht allein lautiert werden dürfen

Konsonanten sollten im Anfangsunterricht nicht isoliert lautiert werden (hier ist nicht das Alphabetisieren gemeint), da die Kinder sonst eine falsche Information erhalten. Die Konsonanten klingen durch die Verschmelzung mit den folgenden Vokalen im Zusammenhang einer Silbe oder eines Wortes immer anders, als wenn sie den Kindern einzeln als Laut vorgestellt werden.

Die Erfahrung zeigt, dass vielen Kindern, die die Konsonanten als Einzellaute lernen, das sogenannte „Verschleifen“ schwerfällt. Dass sie mehrere Buchstaben nicht im Zusammenhang verarbeiten können. Bleibt diese Schwierigkeit weiterhin bestehen, werden diese Kinder zu lautierenden Lesern, die die Buchstabenkette verlauten, ohne dabei den Silbenschnitt und damit die Betonung im Wort wahrzunehmen. Das ergibt dann das bekannte monotone Lesen eines Textes. Sinnerfassendes Lesen ist auf diesem Weg nicht zu erzielen.

Darum ist es wichtig, dass die Konsonanten erst dann einzeln lautiert werden,  wenn alle Kinder Klangsilben und die daraus entstehenden Namen (Momo, memo, Toto, Timo etc.) automatisiert aussprechen können. In der Regel ist das nach zehn bis zwölf Wochen der Fall.


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Moderator: Klaus Kuhn

Klaus Kuhn ist Hauptautor des Lese- und Schreiblehrgangs „ABC der Tiere” aus dem Mildenberger Verlag, Offenburg.

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