Wichtiger Hinweis zur Neubearbeitung

Die Lehrgangsmaterialien „ABC der Tiere“ für Klasse 1 bis 3 liegen in einer Neubearbeitung vor. Daran angelehnt werden die Inhalte dieser Webseite aktuell überarbeitet. Weitere Informationen zur Neubearbeitung und Bestellmöglichkeiten finden Sie hier.

ABC der Tiere 1 – Lesen in Silben · Die Silbenfibel®

In der Silbenfibel® werden die Silben als Ganzheit eingeführt. Das erleichtert allen Kindern das Lesen- und das orthografisch korrekte Schreibenlernen. Die Silbenfibel® setzt beim Wissensstand der Lese-Anfänger an und trainiert systematisch und aufbauend in klaren nachvollziehbaren Schritten.

Die Silbenfibel® im Überblick:

  • Illustrationen bieten vielfältige Gesprächsanlässe
  • Einbindung der Silbenschule in den illustrativen Kontext
  • Einführung von Ganzwörtern
  • 3-stufige Differenzierung bis zum Abschluss der Silbenschule durch zusätzliche Wort-Bild-Texte und Illustrations-Texte
  • Ankertiere und Lautgebärden im Anhang

Die ersten Leseerfahrungen machen die Kinder mithilfe des Moduls Silbenschule: Hier werden die Mitlaute nur in Koartikulation mit Selbstlauten gelesen. Die Lese-Anfänger sollen in diesem Modul die Minisilben aus Vokal und Konsonant automatisiert und nicht über den Prozess der Synthese erfassen.

Die Silbenfibel® unterstützt in einzigartiger Weise den Leselernprozess der Schülerinnen und Schüler, indem das flüssige Dekodieren von Silben erlernt wird. Dadurch werden die Grundlagen für das sinnerfassende Lesen gelegt.

Die Silbenfibel® hat folgende zentrale Zielsetzungen im Blick:

  • Aufbauen der Lesemotivation
  • Stabilisieren der technischen Lesefertigkeit
  • Entwickeln des verstehenden Lesens

Schon von Seite 8 / 9 an wird das Leseangebot durch das Modul Wort-Bild-Kombination erweitert. Kleine sinntragende Einheiten nehmen Bezug auf die Szene der doppelseitigen Illustration. Die Einführung naiver Ganzwörter dient dem gleichen Ziel, dem Lese-Anfänger das Lesen als Verstehensprozess näherzubringen. Kinder mit Vorerfahrungen im Lesen finden in den Illustrationstexten auf Hinweisschildern oder Plakaten ihre Herausforderung.

Die Elemente der Silbenfibel®




Weitere Beispielseiten


Die 5 Phasen des Lesenlernens

Die moderne Sprachforschung zeigt, dass die funktionellen Kreisprozesse (Sehen, Sprechen, Hören, Schreiben) innerhalb elementarer Lernstufen ausgebildet werden. Das Spiel mit Silben ist demnach keine primitive Vorstufe, sondern Träger der übergeordneten Ganzheiten (Lesen / Schreiben).

Elementare Lernprozesse werden nicht wie die abgebrannten Stufen einer Rakete nach Gebrauch abgestoßen und wertlos, sie begleiten uns ein Leben lang.


6. Größere Zusammenhänge erkennen und wiedergeben

5. Satzmodelle mit richtiger Satzmelodie lesen

4. Zweisilbige Wörter lesen (Trochäus)

3. Erkennen und Lautieren der elementaren Silbenmuster

2. Richtungssicherheit und Zeilenbewusstheit

1. Kontrolle der Augenbewegung und Artikulation


Das Lesetraining folgt diesem Modell. Die Fertigkeiten der 1. und 2. Stufe sind von enormer Bedeutung. Linkswendiges Lesen und Verwechseln der Buchstaben d/b, ie/ei, E/3 sind typische Fehler schwacher Leser. Sind die Leistungen bis Stufe 3 automatisiert, gelingt mit „freiem Kopf“ das sinnentnehmende Lesen.

Aus diesem Grund beginnt „Lesenin Silben“ mit dem Erkennen und Lautieren der elementaren Silbenmuster.


Die 5 Phasen des Lesenlernens gemäß der Silbenmethode

Phase 1: mu – mi – mo – ma – me

(Seiten 2 bis 11 im Leselehrgang)

Am ersten Schultag lesen die Kinder „mu“. Sie machen die erste Leseerfahrung in der Schule mit einer Kombination von zwei Buchstaben, ohne dass diese isoliert gesprochen werden. Ziel ist nicht das Verschleifen der Buchstaben, sondern das automatisierte Lesen von Silben.

Sie führen den Zeigefinger der Schreibhand synchron zum Sprechen unter der Schrift in Silbenbögen mit. Das unterstützt die Augenfolgebewegung in Leserichtung, was für Kinder mit linkswendiger Blickrichtung von entscheidender Bedeutung ist.

In der zweiten Einheit lesen die Kinder „mi“ und „mu“ gemischt. Jetzt müssen beide Kombinationen unterschieden werden. Sie lernen die Vokale „u“ und „i“ isoliert zu sprechen. Das Wiedererkennen der Vokale wird ab jetzt durch Handzeichen unterstützt. Das „m“ dagegen wird nicht isoliert gesprochen.


Der grafische Teil der Fibel gibt immer wieder Sprechanlässe. Sprache wird von Anfang an als sprachliches Handeln verstanden.

Der große Abstand zwischen den Silben erleichtert die Augensteuerung. Das synchrone Mitführen des Zeigefingers der Schreibhand sichert die Richtung von links nach rechts. Die Koordination von Sehen, Deuten und Sprechen ist aus neurodidaktischer Sicht unverzichtbar für einen flüssigen Leseprozess.

Schon in diesem Stadium lesen die Kinder mit den Eltern Silbenkärtchen: ma – me – mi – mo – mu in ständig variierter Reihenfolge. Die Silbenkärtchen bieten auch die Möglichkeit, Silben nach Diktat zu legen.

Werden z. B. vier Kärtchen in eine Reihe gelegt, können sie anschließend gelesen werden. Der Zeigefinger der Schreibhand wird synchron zum Lesen in einer girlandenförmigen Bewegung unter der Zeile mitgeführt.

Die Silbenkärtchen eignen sich auch für das Memo-Spiel und Bingo.

Abbildung: SilbenschieberAuch die Silbenschieber kommen jetzt zum Einsatz.
Die erste Schieberzunge mit Konsonanten nennen wir Starter, die zweite mit den Vokalen Klinger, die dritte mit den Konsonanten Stopper. Alle auftretenden Schwierigkeiten können am Silbenschieber gelöst werden. Für den Einstieg wird der Mini-Silbenschieber mit Starter und Klinger verwendet. Der Mini-Silbenschieber ist eine Beilage im Arbeitsheft. Auch Eltern können mit ihren Kindern damit zu Hause üben, ohne dass der störende Effekt des Auswendiglernens auftritt. In der Praxis hat sich dieses Hilfsmittel als besonders wirkungsvoll erwiesen.

Silbentexte, Silbenkärtchen, Handzeichen, Silbenschieber, Silbenteppich, CD-ROM und Spiellieder bieten viele Möglichkeiten, die Starter-Klinger-Kombinationen (Silben) zu verankern.

Die Vokale werden einzeln gesprochen, aber nicht die Konsonanten als Anlaute. Gelingt das Lesen einer Klangsilbe nicht spontan, geben wir als Hilfe das Handzeichen für die Artikulation des Konsonanten (Starter) zusammen mit dem Hinweis: „Lass beide zusammen heraus – ohne Luft dazwischen“.

Das Lesen mit derCD-ROMbietet den Vorteil, dass die Silben in „Echtzeit“ auf dem Bildschirm erscheinen. Das Training der Blickrichtung wird direkt in das Lesen integriert. Das Abrufen der Silben über die Leertaste fördert die Synchronisation von Hand, Augen und Mund.


Phase 2: la – ta – ra – sa – wa

(Seiten 12 bis 23 im Leselehrgang)

Auf den Seiten 12 bis 23 werden weitere Konsonanten (Starter) eingeführt: l, t, r, s, w. In der sechsten Einheit wird der Starter (Anlaut) „l“ eingeführt. Er wird gemeinsam mit den Vokalen gelesen. Anweisung: „Wir lassen sie zusammen heraus!“ Wenn nötig, nehmen wir die Mundstellung zur Artikulation des Starters – unterstützt durch Handzeichen – stumm ein. Wörter und Namen werden innerhalb der Silbenschule mit dem zweifarbigen Silbentrenner geschrieben.


Wir vereinzeln oder „personifizieren“ in diesem Stadium noch keine Konsonanten (Starter). Es darf keine mentale Barriere zwischen Konsonant und Vokal errichtet werden – das Verschleifen wird dadurch zum Problem!
Außerdem begegnen wir so der Gefahr, dass die Konsonanten mit den üblichen Lautkombinationen benannt werden (z. B. „em“ für „m“).

In der achten Einheit wird der Starter „t“ eingeführt. Bei vielen Kindern ist die Fähigkeit, ein kräftiges „tu“ auszusprechen, infolge einer flachen Atmung (Vitalkapazität) nicht voll entwickelt. 

Die Hupenorgel soll zu einem kräftigen Luftstoß beim Sprechen anregen. Wir führen den Handrücken zum Mund, um den Luftstoß zu spüren. Diese Bewegung wird gleichzeitig zum verankernden Handzeichen.


Wir sind der Meinung, dass die Unterscheidungsschwierigkeiten zwischen t – d, k – g, p – b generell mit einer flachen Atmung zusammenhängen: Was ich nicht klar artikulieren kann, werde ich auch nicht sicher schreiben können.

Leseteppich

In der Silbenmethode werden die Namen der Konsonanten übergangen. Sie werden als Starter mit den Vokalen zusammen lautiert. Diese Buchstabenkombinationen entstehen also nicht durch Synthese der einzelnen Laute, sie werden als kleine „Ganzheiten” gelesen. Die Automatisierung dieser Silben wird durch die Arbeit an den Silbenteppichen erreicht: Die häufige Wiederholung führt zu dem Konstanzerlebnis, das die Basis für flüssiges, sinnerfassendes Lesen bildet.
Durch wenige Minuten dauernde tägliche Übungen am Silbenteppich gelingt es allen Kindern, die Silben zu automatisieren. Zunächst werden Zeilen, später Spalten und Treppen gelesen. So können die Entwicklung jedes Kindes leicht beobachtet und seine Lernfortschritte gesichert werden. Das Üben von Silbenteppichen ermöglicht auch die CD-ROM.


Phase 3: di – del – du – del – da – del

(Seiten 24 und 25 im Leselehrgang)

Jetzt tauchen bekannte Starter auch als Stopper auf.

Richtungsschwache Kinder neigen dabei zum linkswendigen Lesen: Aus „Tim“ wird „mit“. Die Begriffe Starter, Klinger, Stopper bringen Richtung in die Silbe. Außerdem wird die zentrale Stellung des Vokals von Anfang an bewusst gemacht. Als Stopper werden die Konsonanten akustisch isoliert und analysiert. Der Silbenschieber mit Starter – Klinger – Stopper (Beilage im Arbeitsheft) ermöglicht hierzu die bekannten Übungen wie beim Mini-Silbenschieber.



Die Silbe aus Starter und Klinger (offene Silbe) wird lang gelesen. Das Silbenmuster Starter – Klinger – Stopper (geschlossene Silbe) wird immer mit kurzem Vokal gelesen.

Gelingt eine Starter-Klinger-Stopper-Kombination (z. B. mel) nicht spontan, lesen wir zunächst die Klinger-Stopper-Kombination el. Nach el folgt dann wieder mel. Würden wir zuerst me anbieten, würde nach dem Muster Starter – Klinger (offene Silbe) me lang gelesen. Die Länge müsste dann bei mel wieder korrigiert werden, oder mel würde gedehnt gelesen.

Das zögernde „Dehnsprechen“ bei geschlossenen Silben wird für viele Kinder in der Folge zu einer Rechtschreibfalle, weil eine zentrale Information der Schrift „Lies geschlossene Silben mit kurzem Vokal!“ nicht beachtet wird.

Grundsätzlich sollen die Kinder die beiden Silbenmuster spontan erfassen und lesen. Buchstabenweises Synthetisieren kann diese Muster nicht erkennen und führt nicht zu einem flüssigen, sinnerfassenden Lesen.


Phase 4: Übergang von der Silbenschule zu Wörtern und Sätzen

(Seiten 26 bis 29 im Leselehrgang)

Wir achten darauf, dass beim Lesen die Silben deutlich artikuliert werden (Pilotsprache). Dem Erraten ganzer Wörter und Vernachlässigen von Endungen wird so wirksam begegnet. Die Struktur zur Schreibung deutscher Standardwörter wird mit Häuschen analog zum Silbenschieber eingeführt.



Bei geschlossenen Silben wie z. B. in „Sil – be“ achten wir auf eine schwungvolle, kurze Artikulation des Klingers in der ersten Silbe im Gegensatz zu der offenen Silbe in dem Wort „le – sen“, wo ein langer Klinger in der ersten Silbe gesprochen wird. Aus dieser Regel leitet sich auch die Forderung der Pilotsprache ab, Wörter wie „Teller“ immer mit kurzem Vokal in der Stammsilbe zu lesen.

Wenn gegen Ende der ersten Klasse das Lesen bei allen Kindern flüssiger wird, verzichten wir auf das silbenweise Lesen. Eine nachteilige Auswirkung in der Phase der Umstellung haben wir nie beobachtet.

Auch nach dem Wegfall des optischen Silbentrenners lesen die Kinder, die nach dieser Methode gearbeitet haben, überdurchschnittlich gut. Neben den positiven Auswirkungen auf die Lesefertigkeit ist die Pilotsprache als Schreibsteuerung aus unserer Sicht nicht zu ersetzen.


Phase 5: Mehrfachkonsonanten, Doppellaute und Anlauthäufungen

(Seite 30 ff. im Leselehrgang)

Nachdem die vierte Phase bewältigt ist, geht es nun darum, bei Konsonantenhäufungen Sicherheit zu erlangen.



Wichtige Übungsformen sind der Silbenschieber und die verschiedenen Leseteppiche. Alle Buchstabenverbindungen, die spontan nicht gelingen, werden in formalen Übungen automatisiert.

Das spielerische Angebot der CD-ROM motiviert die Schüler, täglich kurze Übungseinheiten zu absolvieren.

Das tägliche Üben kann durch nichts ersetzt werden.

Die Schriftgröße und der Zeilenabstand werden im Laufe des Lehrganges geringer.



Abwechslungsreiche Texte und eine kindgerechte Grafik unterstützen den Lernerfolg.



Zur Reihenfolge der Buchstabeneinführung

Abschließend noch ein Wort zur Reihenfolge der Buchstabeneinführung in diesem Lehrgang. Oft wird die Frage gestellt, warum mit dem a nicht auch gleich das d oder mit dem m nicht auch gleich das n eingeführt würde. Das mache doch keinen Unterschied.

Nach jahrelangen Beobachtungen haben sich einige Fehlerquellen ganz deutlich gezeigt: LRS-Kinder verwechseln gerne m und n, ie und ei, d und b, E und 3 aufgrund optischer Differenzierungsschwäche, g und k, d und t, b und p mangels artikulatorischer oder auditiver Unterscheidungsfähigkeit.

Durch einen größeren zeitlichen Abstand zwischen der Einführung dieser kritischen Buchstabenpaare werden die Fehler deutlich reduziert.

Silbentexte, Silbenkärtchen, Handzeichen, Silbenschieber, Silbenteppich, CD-ROM und Spiellieder bieten viele Möglichkeiten, die Starter-Klinger- und Starter-Klinger-Stopper-Kombinationen (Silben) zu verankern.

Mildenberger Internetshop

Lesen in Silben (Silbenfibel®)
(Klasse 1/ab 5 Jahren)

Leselehrgang, Druckschrift, 96 Seiten, FeEbd, vierfarbig

Bestell-Nr. 1403-90
ISBN  978-3-619-14390-0

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Meinungen zur Silbenfibel®

Kostenlose Prospekte

Prospekt: ABC der Tiere, Klasse  1 – 4


Prospekt: Eine Einführung in die Silbenmethode


Prospekt: Die Silbenmethode – Lesetexte · Silbenspiele