Die Grundlagen: Motorik, Koordination, Seitigkeit von Hand und Auge

Die Bedeutung von Seitigkeit und Koordination für flüssiges Lesen und Schreiben


Eindeutige Seitigkeit, sichere Händigkeit und eine gute Koordination von Bewegung und Sprache sind der Schlüssel für flüssiges Lesen und Schreiben aller Kinder.

Warum das so ist, erläutert Ihnen Klaus Kuhn, Herausgeber und Autor von „ABC der Tiere", in seiner Videobotschaft. Mit vielen praktischen, anschaulichen und vor allem bewährten Übungen, die Sie sofort in Ihren Unterricht einfließen lassen können.

Motorik

Grundlegend für das Lesen- und Schreibenlernen ist eine sichere Beherrschung des eigenen Körpers. Viele Kinder können nicht auf einem Bein stehen oder sind nicht in der Lage, den Pinzettengriff mit Daumen und Zeigefinger auszuführen. Der ist aber eine wichtige Voraussetzung für eine sichere Schreibhaltung.

Solche Defizite in der Grob- und Feinmotorik sollten behoben werden. Die Beherrschung dieser Techniken ist Grundvoraussetzung für das Lesen- und Schreibenlernen.

Die Motorik üben Kinder besonders gut im Spiel, z.B. beim Seilspringen, Einradfahren, Jonglieren etc.

Bewegungsspiele fördern nämlich nicht nur die Motivation der Kinder, sie greifen die bestehenden Schwierigkeiten an der Wurzel. Dabei sollte viel Wert auf die Qualität der Bewegung gelegt werden. Alles soll kontrolliert und bewusst durchgeführt werden: Beim Jonglieren wird beispielsweise gleich laut mitgezählt, Seilspringen kann auf Musik im Takt erfolgen. Sie werden sehen: Diese Übungen steigern die Körperwahrnehmung der Kinder ganz enorm.

Speziell für das Training der Pinzettenhaltung eignet sich das Sortieren, z. B. von Erbsen oder Bohnen, mit großen Pinzetten.


Koordination

Die Koordination, also das synchrone Ausführen von Bewegungen mit dem Sprechen von Silben, ist von großer Bedeutung. Das Silbenbewusstsein ist besonders wichtig bei der Schreibsteuerung.

Folgende Übungen eignen sich besonders gut für die Verbesserung der Koordination von Sprache und Bewegung:

  • Synchrones Ballwerfen und Sprechen
  • Silbenklatschen – Silbensprechen
  • Abzählverse mit synchronem Deuten
  • Synchrones Silbieren und Gehen
  • Verse mit Akzentbetonung lesen

Seitigkeit von Hand und Auge

Für die Lese- und Schreibrichtung von Buchstaben, Zahlen oder Noten gilt in unserer Kultur die Regel: von links nach rechts. Diese „rechtswendige“ Kultur bereitet vielen Kindern Schwierigkeiten beim Lesen- und Schreibenlernen. Dabei sind einerseits die Seitigkeit des Auges und andererseits die Seitigkeit der Hand (Händigkeit) zu beachten.

Eindeutige Seitigkeit

Ist ein Kind, dessen rechtes Auge dominant ist (es sieht z. B. mit dem rechten Auge durch ein Fernrohr) auch Rechtshänder, bereitet ihm die rechtswendige Kultur keine Probleme. Auch linkswendiges Sehen und Linkshändigkeit sind unproblematisch. Man spricht in beiden Fällen von der eindeutigen Lateralisierung der neurologischen Bahnungen.

Kreuzdominanz

Problematisch wird es in folgendem Fall: Linkswendige Seitigkeit im Sehen bei Rechtshändigkeit – oder andersherum: Diese neurologische Bahnung wird Kreuzdominanz genannt. Dies ist sehr ungünstig: Das Sehen und Handeln zielen nicht in die gleiche Richtung. Die Seitigkeit (linkswendig – rechtswendig) ist für diese Kinder unklar, weshalb sie fast immer Probleme beim Lesen, Schreiben und auch Rechnen haben.

Liegt eine LRS-Disposition vor? Machen Sie den Test!

  • Kinder mit rechtswendiger Blickrichtung sehen eine Ente.
  • Kinder mit linkswendiger Blickrichtung sehen ein Häschen. 

Sind „Häschenblicker“ Rechtshänder, liegt eine Kreuzdominanz vor. Bei den allermeisten Kindern mit LRS und Rechtschreibschwäche beobachten wir diese neurologische Bahnung.

Diesen Kindern kann mit geeigneten Übungen von vorneherein – je früher, desto besser – wirksam geholfen werden.


Die Umsetzung in „ABC der Tiere“

Händigkeit

Auch für die Händigkeit eines Kindes gilt: Je früher diese ermittelt wird, desto besser. Diese bewährte Methode festzustellen, welches die schwungvolle, lockere Hand ist, finden Sie in „Fit für den Schulbeginn“.


Seitigkeit / Richtungsorientierung

Besonders Kinder mit einer Kreuzdominanz können Probleme mit der Seitenlage haben. Ihnen hilft es oft schon, wenn ein Stofftier auf den Arbeitstisch gestellt wird, als Zeichen: „Hier, auf dieser Seite, ist der Anfang.“

Eine wichtige Übung ist z.B. das Erkennen der Seitenlage bei bildlichen Darstellungen.
Fit für den Schulbeginn“ beschreibt eine erfolgreiche Aufgabe zur Seitenlage. Diese kann mit zwei in der Schwierigkeit differenzierten Arbeitsblättern durchgeführt werden. Diese Übung eignet sich zur Diagnose von Seitigkeitsproblemen und zum Training für das Erkennen der Seitenlage.


Folgende Fragen geben wichtige Hinweise für etwaigen Förderbedarf:

  • Seitigkeit: In welcher Richtung stellt das Kind die Silbenbärchen auf?
  • Seitigkeit: Welche Hand benutzt es zum Aufstellen?
  • Seitigkeit: Welche Hand benutzt es beim Zeigen?
  • Wahrnehmung der Sprech-Silbe: Stellt es die richtige Anzahl auf?
  • Koordination: Spricht es die Silben synchron zum Zeigen?

Seitigkeit, Wahrnehmung der Sprech-Silben, Koordination

Silbenbärchen, die Teil des Schuleingangstests in „Fit für den Schulbeginn“ sind, eignen sich ideal zur Diagnose und Förderung. 

Die Silbenbärchen können aus Pappe oder Holz hergestellt werden. Wichtig: Die Bedruckung ist einseitig und die Silbenbärchen gehen immer von links nach rechts.

Zu einem mehrsilbigen Wort, z. B. „Kindergarten“, soll das Kind die Silbenbärchen aufstellen, dann das Wort wiederholen und mit der Malhand synchron auf die Silbenbärchen zeigen. 

Eine Förderung mit den Silbenbärchen kann wie folgt aussehen:

  • Seitigkeit: Die Silbenbärchen gehen immer von links nach rechts.
  • Wahrnehmung der Sprech-Silbe: Für jede Silbe wird ein Bärchen aufgestellt.
  • Koordination: Das Sprechen der Wörter und Zeigen auf die Silbenbärchen ist synchron.


Koordination / Silbenbewusstsein

Klaus Kuhn, Autor des Lehrgangs „ABC der Tiere“, ist als Musik- und Deutschlehrer schon sehr früh der Zusammenhang zwischen Rhythmus und Sprachgedächtnis aufgefallen. Kinder, die im Musikunterricht keinen Takt halten oder keinen Rhythmus klatschen können, haben beim Schreiben häufig mehr Schwierigkeiten als andere Kinder.

Mittlerweile gibt es Untersuchungen, die nachweisen, dass schwache Rhythmusdifferenzierung mit einem schwachen Sprachgedächtnis einhergeht.

Gezielte Übungen zur Förderung der Koordination sind fest in den Lehrgang „ABC der Tiere“ integriert. Detaillierte Informationen zum Thema Rhythmus erhalten Sie in einem der nächsten Newsletter.

Spielerisch das Silbenklatschen trainieren

Die Spiele aus „ABC der Tiere – Klatsch die Silbe“ fördern die Koordination von Sprechen und Klatschen und machen die Kinder mit den Namen aller „Ankertiere“ vertraut.

Mit den Spielen werden wichtige Vorläuferleistungen für das Lesen, Schreiben und Rechnen trainiert. Sie eignen sich sehr gut für Kindergarten und die Vorschule. Wenn die Kinder das Silbenklatschen noch nicht ausreichend beherrschen, können die Spiele aber auch in der Grundschule eingesetzt werden, da je nach Alter und Lernstand verschiedene Varianten gespielt werden können.

Bei den „Ankertieren“ wurden bewusst mehrsilbige Tiernamen gewählt, die gleichzeitig auch die Artikulation trainieren, z. B. „Papagei“, „Kakadu“. Die Namen der Ankertiere werden zuerst geklärt. Dann ergeben sich verschiedene Möglichkeiten:

  • Die Namen sprechen und klatschen.
  • Wie viele Klatschhände hat …?
  • Wer den Namen korrekt sprechen und klatschen kann, erhält die Karte.
  • etc.

Die Ankertiere im Überblick als PDF zum Gratis-Download direkt auf der Artikelseite

Diese Übung kann auch mit der Software „ABC der Tiere – CD-ROM“ durchgeführt werden.

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Klaus Kuhn ist Hauptautor des Lese- und Schreiblehrgangs „ABC der Tiere” aus dem Mildenberger Verlag, Offenburg.

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