Phonologische Bewusstheit – die Fähigkeit, lautliche Strukturelemente der Sprache wahrnehmen und bewusst nutzen zu können

Die phonologische Bewusstheit ist für die Lernentwicklung eines Kindes beim Lesen und Schreiben von entscheidender Bedeutung.

Sehen Sie im Video, welche speziellen sprachlichen Fähigkeiten und Einsichten altersgerecht sind und mit welchen Übungen Sie den Entwicklungsprozess von Kindern fördern:
■  Anna, 3½ Jahre: Wörter silbisch artikulieren und synchron begleiten
■  Maris, 5½ Jahre: Singen, Silbensprechen und synchrones Zeigen
■  Janis, 7½ Jahre: Silben und Vokale ausgliedern, Schreiben mit der Schreibtabelle


Eine wichtige kognitive Voraussetzung für das Lesen- und Schreibenlernen

Die amerikanische Schrifterwerbsforschung hat bereits vor über 40 Jahren experimentell nachgewiesen, dass die Silbe als rhythmische Einheit für Kinder bereits vor dem Schrifterwerb intuitiv wahrnehmbar ist – im Gegensatz zum Laut.

Diese Erkenntnis hat sich international durchgesetzt und wird aktuell im Rahmen der sprachlichen Frühförderung genutzt, wenn die Kinder mit Reimen und Versen spielerisch mit sprachlichen Strukturen umgehen lernen. 

Ziel dieser Förderprogramme ist häufig die Herausbildung der phonologischen Bewusstheit, die als wichtige kognitive Voraussetzung für das Lesen- und Schreibenlernen gilt.


Phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne

Man unterscheidet zwischen phonologischer Bewusstheit im weiteren und im engeren Sinne.

Die phonologische Bewusstheit im weiteren Sinne bezieht sich auf die Fähigkeit, Wörter zu syllabieren, aber auch Silben in den konsonantischen Anfangsrand und den Reim zu gliedern. Zum Beispiel: L öwe wie L ampe, H aus wie M aus.


Phonologische Bewusstheit im engeren Sinne

Die phonologische Bewusstheit im engeren Sinne bezieht sich auf die kognitiv sehr viel anspruchsvollere Aufgabe, Silben in ihre Laute zu zerlegen.

Zum Beispiel:
L-ö - w-e; H - a - u - s


Schreibanfänger müssen die Fähigkeit, Laute auszugliedern, trainieren

1937 konnte der deutsche Pädagoge Bernhard Bosch zeigen, dass Schriftanfänger weder einen Lautbegriff haben, der mit dem des Erwachsenen vergleichbar ist, noch in der Lage sind, einzelne Laute spontan aus dem Schallstrom auszugliedern.

„In den meisten Fällen gelingt es dem Kinde nicht, den Laut aus seiner Individuallage zu befreien und isoliert, als selbstständiges, gestaltdifferentes Element zu sprechen, so wie ein Erwachsener ihn sprechen würde.“ (Bosch 1937/2003: 33)

Diese Fähigkeit, die geübten Lesern / Schreibern selbstverständlich erscheint, muss vielmehr trainiert werden (Liebermann u.a. 1974).


Fatal: Die meisten aktuellen Schrifterwerbskonzepte berücksichtigen diese wichtigen Forschungsergebnisse nicht

Trotz dieser und anderer Erkenntnisse hält die Schrifterwerbsforschung und -konzeptbildung in Deutschland auch heute noch starr an der linearen Abbildbarkeit von gesprochener und geschriebener Sprache fest.

Alternative Konzepte, die nicht den Laut, sondern die Silbe als „Grundeinheit der phonologischen Repräsentation“ (Maas 2000, S. 82) verstehen, werden noch zu wenig eingefordert.

Die Silbenmethode von „ABC der Tiere“ macht sich diese wichtigen Forschungsergebnisse zu eigen und baut methodisch auf ihnen auf.


Die Umsetzung in ABC der Tiere


Zur Methode allgemein

Kinder verfügen zunächst über schriftsprachunabhängige Fähigkeiten zur phonologischen Bewusstheit (Silbenklatschen / Reime / Lieder), die sich auf die späteren Schriftsprachfähigkeiten auswirken (Voraussetzungshypothese).

Mittels früher Schriftspracherkenntnisse (erste Buchstabenkenntnisse) und der damit verbundenen Einsicht in das alphabetische Prinzip erwerben sie offensichtlich weitere Fähigkeiten zur phonologischen Bewusstheit (Konsequenzhypothese), die sich wiederum auf die Schriftfähigkeit auswirken.

Angesichts der Erfahrungen mit der Lehrwerk „ABC der Tiere“ und vieler weiterer Ergebnisse mit Vorschulkindern und Schulanfängern müssen beide Hypothesen sinnvoll zusammengeführt werden.



Interaktive Übungen helfen, die nötigen Fähigkeiten zu entwickeln und zu fördern

Fähigkeiten auf der Silben- und Onset-Reimebene garantieren nicht allein einen erfolgreichen Schriftspracherwerb.

Ebenso wenig kann man jedoch davon ausgehen, dass alle Kinder die explizite phonologische Bewusstheit auf der Phonemebene allein durch die aktive Auseinandersetzung mit der Schriftsprache (Reichen, Spracherfahrungsansatz) erwerben.

Beide Fähigkeiten entwicken sich offensichtlich interaktiv.

Der Lehrgang „ABC der Tiere“ ist deshalb der Interaktionshypothese zur Entwicklung und Förderung der phonologischen Bewusstheit im engeren Sinne verpflichtet.



Diese Methode ermöglicht allen Schülern einen erfolgreichen Lesestart

Um allen Schülern einen erfolgreichen Lesestart zu ermöglichen, werden zu Beginn des ersten Schuljahres Aufgaben auf dem Niveau der erweiterten phonologischen Bewusstheit, also der expliziten Wahrnehmung der Silben, bearbeitet: Konsonant-Vokal-Verbindungen werden als „Ganzheiten“, ausgehend von Schlüsselwörtern, automatisiert.

Unmittelbar im Anschluss werden die Vokale ausgegliedert (= silbenanalytische Methode). Konsonanten werden zunächst implizit wahrgenommen: ma wird von la unterschieden.

Die Positionen innerhalb der Silbe, zum Beispiel Delfin, werden mit „Starter: D“ – „Klinger: e“ – „Stopper: l“ bezeichnet und mit den entsprechenden Gebärden angezeigt.


Die Häuschenschreibweise hilft zuverlässig Fehlschreibungen zu vermeiden

Die durchgängigen Schreibübungen mit den Häuschen verdeutlichen die phonologische Struktur der geerbten deutschen Wörter. Die Schüler werden mit den Regularien des deutschen Schriftsystems vertraut.

Die Verschriftung phonetischer Effekte wie „osdaeija“ statt „Ostereier“ zu Lasten einer orthografisch korrekten Schreibweise wird vermieden.


Die Fähigkeit, Laute auszugliedern, entwickelt sich mit der Schrift und darf nicht vorausgesetzt werden!

Die Fähigkeit zur expliziten phonetischen Ausgliederung der Laute entwickelt sich mit der Auseinandersetzung mit der Schrift und kann nicht als Voraussetzung von allen Kindern gefordert werden. Unter dem Dach des silbenanalytischen Ansatzes wird schreiborientiertes Arbeiten in Syntheseübungen angebahnt (Schreiben mit der Lauttabelle).

Die Silbe als zentrale Organisationsebene der deutschen Schrift bildet das Fundament beim Lesen und Schreiben.

Das Lehrwerk „ABC der Tiere“ bietet mit der Fibel einen leseorientierten Ansatz zum Schriftspracherwerb. Die Silben werden durch den farbigen Silbentrenner ausgegliedert. Alle Unterrichtsmaterialien zu diesem Lehrgang, wie zum Beispiel das Arbeitsheft und der Schreiblehrgang, entsprechen in allen Punkten den Kriterien der Fibel und führen so optimal zum Ziel: korrektes Lesen und Schreiben für alle!


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Klaus Kuhn ist Hauptautor des Lese- und Schreiblehrgangs „ABC der Tiere” aus dem Mildenberger Verlag, Offenburg.

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