ABC der Tiere / Silbenmethode – Essays:

Silbe und Rhythmus im Anfangsunterricht

Orthografie mit der Silbenmethode

In Liedern und Versen entdecken die Kinder Silben, Reime und Rhythmen. Die Silbenmethode greift diese ganzheitlichen Vorerfahrungen auf. Wer einzelne Buchstaben lernt und diese nicht im Zusammenhang nutzen kann, der hat Mühe beim Lesen und Schreiben. Durch die Koordination von Silbensprechen und Silbenschreiben wird der Schreibprozess reguliert.
Die Wahrnehmung von Silbenschnitt, Wortakzent und Wortrhythmus ermöglicht den Grundschülern die spontane Schreibung von Doppelkonsonanten, ck, tz, ie und Dehnungs-h. Ergänzt durch die Beherrschung der Großschreibung werden die Schüler zu kompetenten Schreibern von Anfang an.

Lernen aus Sicht der Neurowissenschaften

In den Neurowissenschaften wird der Begriff Homunculus gebraucht, um Repräsentationen von Körperteilen bestimmten Gehirnarealen zuzuordnen. Diese Projektionen vom Körper auf das Gehirn entsprechen den sensorischen und motorischen Rindenfeldern. Die Größe des Zellgebietes im Rindenfeld entspricht nicht genau dem Ausmaß des Areals im Körper. Für besonders feinmotorische Körperabschnitte (z. B. Hände, Mund) stehen recht große Rindenareale zur Verfügung. Der "Homunculus", der durch die symbolische Nachzeichnung der mit den Cortexarealen assoziierten Körperteilen entsteht, ist also gegenüber der tatsächlichen Körpergestalt stark verzerrt.
Die „großen“ Körperteile sorgen für eine starke Hirnaktivität. Starke Hirnaktivität bei gleichzeitiger Wiederholung sorgt für eine Verfestigung der Verknüpfungen im Gehirn: Das Gelernte wird dauerhaft aufgenommen.

Homunculus
Homunculus

Weitere Informationen zum Lernen aus Sicht der Neurowissenschaften siehe auch:
Gedächtnis
Langzeit-Potenzierung

Die Umsetzung in ABC der Tiere

Spontane Schreibung der Doppelkonsonanten

Für unsere Überlegung sind die Bereiche für das Gesicht und die Hände ausschlaggebend. Zusammengenommen stellen sie den überwiegenden Teil der Großhirnrinde dar. Alle Aktivitäten in diesem Bereich, in unserem Fall „Silben-Sprechen und synchrones Klatschen“ lösen demnach größtmögliche Hirnaktivitäten im Cortex aus: Das Großhirn ist für das Lernen optimal aktiv. Darin ist wohl die ausgezeichnete Motivation und Nachhaltigkeit für das Lernen mit „Rhythmischen Kontrastwortpaaren“ neurologisch begründet.

Sprache wird durch Rhythmus bestimmt. Das Bewusstsein dafür ist entscheidend für die Orthografie. Die Kontrastwortpaare schärfen genau dieses Bewusstsein. Die Gegenüberstellung z.B. von Käfer – Koffer (rhythmisch gesprochen: lang lang – kurz kurz) ist der entscheidende Hinweis für die Schreibung: lange Start-Silbe 1 “f“, kurze Start-Silbe 2 „f“. Entscheidend für den Lernerfolg ist, mit einfachen Übungen diese Muster zu verinnerlichen. Je mehr Gehirnareale dabei aktiviert werden, desto besser und nachhaltiger ist der Lernerfolg (siehe oben). Wie dies umgesetzt werden kann, zeigen die Beispiele auf der folgenden Seite (Arbeit mit den Kontrastwortpaaren, Motorische Übungen).


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Meinungen zur Silbenfibel®

Kostenlose Prospekte

Prospekt: ABC der Tiere, Klasse  1 – 4


Prospekt: Eine Einführung in die Silbenmethode


Prospekt: Die Silbenmethode – Lesetexte · Silbenspiele