Silbenmethode

Gib LRS keine Chance! Folge 4/4:

Mythos Legasthenie

In der vierten und vorerst letzten Folge der LRS-Spezial-Reihe analysiert Klaus Kuhn, Herausgeber von „ABC der Tiere“, die Fehler eines Achtklässlers, der in einer wissenschaftlichen Arbeit als Fallbeispiel eines Legasthenikers herangezogen wird. Und demonstriert aufs Neue, dass nicht jedes Kind mit starken Rechtschreibschwierigkeiten an Legasthenie leidet.

Legasthenie ist nicht angeboren, sondern entwickelt sich über einen längeren Zeitraum!

Der Satz „Das Kind macht viele Fehler, weil es Legasthenie hat.“, ist falsch. Lese- und Schreibschwächen sind weder angeboren noch entstehen sie über Nacht. Sie entwickeln sich über einen längeren Zeitraum!

Sicher ist: Lese- und Schreibschwächen sind für das Kind, die betroffene Familie und die Lehrer eine große Belastung. Dabei kann den betroffenen Kindern in vielen Fällen durch einen linguistisch fundierten Schrifterwerb geholfen werden.

Ein Anfangsunterricht, der die betroffenen Kinder im Blick hat und sie rechtzeitig unterstützt, hilft, das Auftreten von LRS deutlich zu reduzieren.

Defizite lassen sich aber auch später noch ausgleichen. So zum Beispiel die drei größten Fehlerquellen:

  • Großschreibung
  • Auslautschreibung
  • chs-Schreibung

Fehler in der Großschreibung machen ca. 35 % aller Rechtschreibfehler aus

Vielen Kindern bereitet die Klein- und Großschreibung große Probleme – sogar in der weiterführenden Schule. Für das Verstehen und korrekte Schreiben von Texten ist das Erfassen von größeren Sinnzusammenhängen erforderlich.

5 Rechtschreibtipps für korrektes Groß- und Kleinschreiben:

  1. Am Satzanfang schreibt man groß.
  2. Nomen schreibt man groß. Man erkennst sie daran, dass ein bestimmter Artikel– der, die, das – oder ein unbestimmter Artikel – ein, eine – davorpasst.
  3. Nach einem Doppelpunkt schreibt man nurgroß, wenn ein vollständiger Satzfolgt.
  4. Nach unbestimmten Mengenangaben wie zum Beispiel „allerlei, alles, etwas, genug, nichts, viel, wenig“ schreibt man Adjektive groß.
  5. Alles andere schreibt man klein.

In manchen Wörtern hört man „x“, schreibt aber „chs“

Fehler in der chs-Schreibung sind typische Nachwirkungen des lautgetreuen Schreibens im Anfangsunterricht.

In der Fibel „ABC der Tiere“ wird die chs-Schreibung bereits in Klasse 1 mit altersgerechtem Wortschatz behandelt: Fuchs, sechs, wachsen, wechseln, …

Der Vorteil dieser Vorgehensweise: Die Schreibanfänger finden als Leser den Zugang zur korrekten Schreibweise. So können sich lautorientierte Falschschreibungen gar nicht erst verfestigen.

Unterrichts-Tipp zum Soforteinsatz

Diese 8 Gratis-Übungsblätter können Sie gleich morgen im Unterricht einsetzen: Lernerfolg garantiert!

Fehler in der Großschreibung machen den größten Anteil der Rechtschreibfehler aus: ca. 35 %! Und auch die Auslaut- sowie die chs-Schreibung machen vielen Kindern das Schülerleben schwer. Hier hilft – neben dem richtigen Regelwerk – nur „üben, üben, üben“.

Am besten laden Sie sich die Übungsblätter noch heute herunter und setzen sie gleich ab morgen im Unterricht ein.

Es handelt sich hierbei um 8 in sich abgeschlossene kleine Lern- und Übungsportionen, die die Kinder motivieren („Das kann ich schaffen!“) und fordern, ohne zu überfordern.

Mit einfachen Tipps und Rechtschreib-Hilfestellungen:

  • Großschreibung: Nomen schreibt man groß. Man erkennt sie daran, dass ein Artikel davor passt. Und auch am Satzanfang schreibt man groß.
  • Auslautschreibung: b oder p? g oder k? – in der zweisilbigen Form kann man das sogar hören.
  • chs-Schreibung: In manchen Wörtern hört man ein x, schreibt aber chs.

Sie können die Übungsblätter zum Beispiel zur Wiederholung, im Förderunterricht, aber auch zur Differenzierung bei heterogenen Klassen einsetzen.

Probieren Sie es aus und überzeugen Sie sich selbst!

„d – t“-Fehler sind auch in höheren Klassen keine Seltenheit

Die Schwierigkeiten der Auslautschreibung – „t statt d“, „g statt k“ und „b statt p“ – lassen sich phonetisch nicht auflösen. Daher sind diese Fehler sehr verbreitet – auch in höheren Klassen.

Durch Anwendung der einfachen Regel „Einsilbige Wörter werden am Ende oft hart ausgesprochen. In der zweisilbigen Form kann man den richtigen Buchstaben hören.“, lässt sich der Großteil der Auslaut-Fehler vermeiden.
Zum Beispiel: Kin_KinderKind.

Sie suchen Hilfe und Unterstützung?

Ein Crashkurs zur Silbengliederung und Satzanalyse würde vielen Kindern mit Lese- und Schreibschwierigkeiten helfen, die Fehlerzahl in kurzer Zeit zu reduzieren.

Dass nur 20 zusätzliche Übungsminuten täglich ausreichen können, damit ein Kind dank mehr Lese- und Rechtschreibsicherheit Spaß und Erfolg in der Schule hat, wird uns immer wieder von Eltern berichtet.

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